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Arbeitswelt 5.0 – Aufbruch in eine neue Zeit

Wie sich das Arbeiten – nicht nur in Zeiten von COVID-19 – verändert 

Die Stimmung steht auf Aufbruch. Wir spüren es. Es ist allgegenwertig. Überall lesen wir – gerade jetzt in dieser besonderen Zeit – ein Wandel kommt, die Krise als große Chance, die Welt wird nicht mehr so sein wie vorher.

Das glaube ich auch. Doch glaube ich, dass der Grund in der Krise liegt? Nein.

Ich glaube diese Krise ist ein Katalysator, vielleicht ein Auslöser, doch der Beginn dieses Wandels, dieser Chance liegt auf jeden Fall vor dieser Krise.

 

Arbeitswelt 4.0

Im letzten Jahrzehnt haben wir in der Arbeitswelt 4.0 versucht uns so gut und intelligent wie möglich zu vernetzen. Wir haben uns Menschen mit den Maschinen vernetzt. Menschen global vernetzt, wodurch soziale Netzwerke und digitale Nähe entstanden sind, die vor einigen Jahren noch nicht einmal vorstellbar gewesen wären. Und wir haben sogar die Maschinen untereinander vernetzt, dafür gesorgt, dass sie intelligent sind, selbst lernen und bestimmte Tätigkeiten bereits viel besser, schneller und fehlerfreier machen als wir selbst. Auch wenn ich mir sicher bin, dass dieser Prozess noch lange nicht abgeschlossen ist und uns noch sehr lange mit neuen Innovationen und Durchbrüchen begleiten wird, bin ich absolut überzeugt davon, dass sich unser Fokus in der Arbeitswelt – ja, in der Welt im Ganzen – gerade verschiebt.

 

 

Miteinander Kommunizieren

 

Gemeinschaft und Liebe 

Gerade jetzt bemerken wir, wie wichtig uns soziale Nähe, Kontakt und Kommunikation mit den Menschen um uns herum sind. Jetzt da wir die Möglichkeiten der Interaktion eingeschränkt sehen, merken wir, welchen Stellenwert diese Interaktion hat. Unsere Kinder vermissen ihre Freunde aus Kita und Schule sehr, wir Erwachsene halten über Facetime, Skype und co. Kontakt mit unseren Familien, Freunden und Kollegen. Wir spielen online gemeinsam, lesen uns Geschichten vor, machen Teammeetings und Absprachen virtuell oder trinken einfach nur online zusammen ein Bier. Nicht weil wir uns so gern digital treffen. Sondern, weil es anders gerade nicht möglich ist und wir lieber online Kontakt und Nähe haben, als ganz darauf verzichten zu müssen. 

Wenn wir jetzt also merken, wie wichtig und bedeutend uns soziale Nähe und Gemeinschaft sind, dann lasst uns diese Energie nutzen und sie auch auf unsere berufliche Zukunft – die After-Social-Distancing-Zeit – übertragen. 

Denn sind wir mal ehrlich. In den letzten Jahren herrschte in unserer Berufswelt nach wie vor eher ein Ellenbogendenken, Konkurrenzdenken, ein Druck der Erste, Schnellste, Beste sein zu müssen. Wenn wir diese Muster in Zukunft hinter uns lassen können und uns stattdessen auf das Miteinander, die Kooperation, die gegenseitige Unterstützung und die Liebe (ja, Liebe) konzentrieren, dann können wir eine neue Arbeitswelt schaffen. Die Arbeitswelt 5.0.

 

Der Weg in die Arbeitswelt 5.0

Ist das leicht? Sicher nicht. Denn obwohl ich gerade viel Nähe, Unterstützung, Liebe, Hoffnung spüre, sehe ich immer noch und sehr stark auch das Gegenteil: Menschen, die aus Angst ihr eigenes Wohl vor das aller anderen stellen. Menschen, die keine andere Meinung zulassen und beleidigend argumentieren. Menschen, die Behauptungen als Fakten zu verkaufen und versuchen uns zu manipulieren. Es reicht also nicht, dass uns eine Krise von außen heimsucht und schon wird sich alles ändern – schon brechen wir in eine neue Zeit auf. Es braucht uns. Jeden einzelnen von uns, der merkt, dass die Art wie wir bisher kommuniziert haben, interagiert haben, losgelassen werden möchte. Denn dadurch entsteht der Platz für Neues. Platz für Liebe in unserer Gesellschaft und Platz für Liebe in unserer Arbeitswelt.

Doch wie kann das funktionieren? Für eine derartige Veränderung gibt es keine Checkliste, keine 10 goldenen Regeln. Es ist ein Weg. Ein Weg den jeder nur für sich selbst entscheiden kann zu gehen. Und trotzdem gibt es Ideen, wie ein Wechsel der gelebten Muster funktionieren kann. Lasst mich ein paar Ideen hier mit euch teilen:

 

  1. Die Arbeit mit sich selbst: Hier geht es nicht um Skills, nicht um Kompetenzen sondern darum sich mit seinen eigenen Mustern und Glaubenssätzen zu beschäftigen und sie anzunehmen oder in Liebe ziehen zu lassen. Dadurch entsteht persönliche Freiheit und durch persönliche Freiheit kann ich auf einer ganz anderen Ebene mit meinen Mitmenschen interagieren
  2. Sich Zeit für sich selbst nehmen: Persönliche Arbeit funktioniert nicht so nebenbei. Ich benötige dafür Raum und Zeit. Ein idealer Raum dafür sind Retreats, die genau dafür geschaffen sind, sich vom Herzen mit sich selbst zu befassen. Aber auch kleinere geführte Auszeiten oder auch nur ein Spaziergang allein in der Natur können bereits helfen mehr zu sich zu finden.
  3. Gefühle statt Gedanken: A still mind is better than a positive mind. (Deepak Chopra). In unserer Gesellschaft hat der Verstand einen unheimlich hohen Stellenwert. Das hat uns auch sehr viel Gutes gebracht. Doch in der Transformation weg vom Konkurrenzdenken hin zu Liebe und Gemeinschaft, steht er uns häufig im Weg. Dort sind unsere Gefühle oft ein besserer Wegweiser. Deshalb ist es wichtig zu lernen statt auf seinen Verstand, auf seine Gefühle zu hören, diese wahrzunehmen und aus der Weisheit des Körpers heraus zu handeln. Auch das ist ein Weg – oft ein Weg ins Neue – der z.B. durch Retreats wunderbar geleitet werden kann.
  4. Ehrlichkeit mit sich und mit anderen: Dabei geht es um Ehrlichkeit mit Fehlern, mit Schwächen, mit falschen Entscheidungen mit Unsicherheit aber auch Ehrlichkeit mit dem eigenen Standpunkt, einer Idee die umgesetzt werden will, oder einem Lob für gute Leistung. Ehrlichkeit bedeutet nicht, dass immer alles schön und harmonisch ist – im Gegenteil. Ehrlichkeit bedeutet das anzusprechen was meine Wahrheit ist. Vielleicht ist es ein Gefühl, vielleicht ein Gedanke oder eine Meinung. Doch wichtig ist, dass diese Ehrlichkeit mit Liebe präsentiert wird. Da wo Liebe die Grundhaltung ist, entsteht echte Offenheit und echte Annahme.

 

Und noch einen Gedanken für die, die das lesen und zu sich sagen: „Wir haben eine super Fehlerkultur bei uns, bei uns werden alle Fehler offen angesprochen!“ Der eigentliche Fehler“ den wir spüren wenn wir etwas falsch machen, ist nicht der Auftrag den wir nicht bekommen haben, weil wir eine Frist versäumt haben. Der Fehler den wir spüren ist die Scham, wieder nicht gut genug gewesen zu sein oder die Angst, dass andere von uns denken könnten: „auf den/ die kann man sich nicht verlassen.“ Und mal ehrlich, wer spricht in seinem Unternehmen offen über diese Gefühle? Aus meiner Erfahrung – die wenigsten.

 

 

Die Zeit der Veränderung ist jetzt

 

Die Zeit für Veränderung ist jetzt

Doch wenn genau diese Ehrlichkeit und Liebe mit sich selbst und anderen in unsere Unternehmenswelt einziehen, können wir wirklich – initiiert durch unsere eigene Veränderungsbereitschaft – in eine neue Arbeitswelt aufbrechen. 

Denn dann müssen wir gar nicht weg von unserem geliebten mehr, schneller, besser. Dann heißt es nur nicht mehr ausschließlich mehr Profit, schnellere Produktion, bessere Deals, sondern mehr Liebe, schnellere Veränderungsbereitschaft und besseres Miteinander. Das ist die Arbeitswelt in der ich leben möchte! Das ist für mich Arbeitswelt 5.0.

 

Der Author Martin WittigMartin Wittig ist Diplom Sprechwissenschaftler und ist bei bfkm | Die Trainingscompany der Experte für Onlinetraining. Er schreibt hier in unserem Blog in regelmässigen Abständen über die Themen: Arbeitswelten, Lernwelten und die Welt des Trainings.

 

 

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