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Reibung erzeugt Wärme - Warum Konflikte kostbar sind

Konflikte auf der Arbeit sind ein schwieriges Thema, das sich ständig im Wandel befindet und gerade einen neuen Fokus bekommt. Bisher gehörte es zum guten Ton, die Gefühle an der Bürotür abzulegen und, gerade in Konfliktsituationen, ruhig und rational zu bleiben. Laut werden durfte, wenn überhaupt, nur der/die Chef*in, und der/die Angestellte hatte dies über sich ergehen zu lassen. Jegliche negative Gefühle, die sich während der Arbeit aufbauten, wurden zum Feierabend abreagiert oder im schlimmsten Fall unterdrückt. Dass diese Denk- und Handelsweise überholt und überhaupt nicht förderlich für eine gesunde Arbeitskultur ist, merken momentan immer mehr Unternehmen.

Dabei können Konflikte und (negative) Gefühle ganz anders betrachtet werden. Es ist nicht förderlich, auf der Arbeit jegliche Konflikte zu unterbinden und alle schwierigen Situationen zu umschiffen. Das endet schnell in „Toxic Positivity“ - Immer nur das Gute zu betonen und alles Schlechte zu verbannen birgt viele Gefahren, wie unterdrückte Gefühle und keine Chancen auf wirkliche Verbesserung oder Änderung der Situation. Wenn also ein/e Chef*in behauptet, in der Firma gäbe es „nie Konflikte“, dann ist dies mit hoher Wahrscheinlichkeit keine gute Unternehmenskultur.

Konflikte und die Natur des Menschen

Konflikte werden meist als etwas Unangenehmes oder Störendes angesehen, doch genau hier muss ein Umdenken passieren. Es liegt in der Natur des Menschen, jegliche Gefühle zu erleben. Dazu gehören vermeintlich „Positive“ wie Freude, Glück oder Liebe, aber auch die „Negativen“ wie Wut, Hass oder Trauer. Das Problem ist meist, dass viele Menschen nur die „guten Seiten“ in der Öffentlichkeit zeigen möchten und somit „negative“ Gefühle bewusst nur im Privaten zulassen.

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2_Kampfhaehne

Es ist wichtig, sich bewusst zu sein, dass die Einteilung in Positiv und Negativ eine menschengemachte ist. Wenn wir aber beginnen, Gefühle wieder als etwas Normales und Natürliches zu sehen, als etwas das einfach da ist, ohne jegliche Wertung, dann ist die logische Schlussfolgerung auch, dass alle Gefühle gleichermaßen wertvoll sind. Jedes Gefühl sagt etwas über uns aus. Jede Regung erzählt eine Geschichte darüber, was man selbst in diesem Moment will. Wer also genau auf seine Gefühle hört und diese zulässt, lernt sich selbst besser kennen.

Konflikte in Unternehmen

Gehen wir mit diesem Gedanken wieder in die Unternehmen. Wenn hier Gefühle außen vor bleiben müssen, um „rational“ und „professionel“ zu wirken, können die Mitarbeiter*innen überhaupt nicht mit sich selbst im Reinen sein. Dabei sind Entscheidungen, die aufgrund von Intuition oder einem starken Gefühl getroffen wurden, manchmal sogar die Vernünftigeren. Viele Firmen haben das zumindest schon erkannt und es wird immer mehr etabliert, dass auch Gefühle gezeigt werden dürfen. Dies funktioniert bei Gefühlsregungen, die als „positiv“ wahrgenommen werden, auch ganz gut: Das herzliche Lachen mit den Kolleginnen und Kollegen, die liebevolle Umarmung zum Begrüßen oder die Teamevents, bei denen man durch spaßige gemeinsame Erlebnisse stärker zusammenwächst.

Wut, Trauer oder Hass, also alle Gefühle, die wir Menschen negativ bewerten, bleiben in den meisten Fällen jedoch außen vor. Konflikte sollten nicht entstehen, denn sie wären ein Ausdruck dieser „negativen“ Gefühle. Oft ist es auch die Angst, dass sich die Parteien so stark streiten, dass sie nichts mehr voneinander wissen wollen und gar kündigen. Was also im Kleinen beim einzelnen Menschen beginnt, der seine „schlechten Seiten“ nur im stillen Kämmerlein herauslässt aus Angst vor der Reaktion der Mitmenschen, das findet dann auch in den einzelnen Teams und somit im ganzen Unternehmen statt. Es ist daher extrem wichtig, auch all die negativen Gefühle auf der Arbeit zeigen zu dürfen und somit kontrolliert Konfliktsituationen zuzulassen.

Reibung erzeugt Wärme

Die Metapher „Reibung erzeugt Wärme“ setzt genau dort an: Konflikte können, wenn Sie richtig ausgefürt werden, zur Verbesserung der Unternehmenskultur beitragen. Werden sie falsch geführt kann Hitze entstehen, die Parteien reiben sich so stark aneinander, dass ein unlöschbarer Brant entsteht, der beide auffrisst. Wird gar nicht gestritten, brodelt es unter der Oberfläche beider Personen, bis es sich in einer Explosion entlädt, die im Burnout oder der Kündigung enden kann.

Vier Hände halten sich gegenseitig am Handgelenk

Wir von der bfkm | Die Trainingscompany unterstützen Firmen dabei, eine neue Konfliktkultur zu etablieren. Hierfür gehen wir gezielt in die Firmen mit Seminaren, Supervision, Einzel- und Gruppencoachings und können so im besten Fall eine nachhaltige Veränderung herbeirufen. Wir geben Ihnen keine Tools auf den Weg, wie Sie Konflikte am besten unterdrücken oder vermeiden können, sondern lehren Sie darin, dass Konflikte normal sind und wie diese am besten ausgetragen werden können.

Streiten ist die höchste Kunst der Rhetorik

Durch uns werden Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter lernen, dass Konflikte nicht entstehen, weil jemand anderes mit seinen Empfindungen gegen sie prallt, sondern dass zuerst die eigenen Gefühle erforscht werden müssen, um Konflikte offen und zielführend auszuführen. Die Einstellung „der Andere macht etwas falsch und muss es ändern“ wandelt sich zu einem „der Andere löst mit seinem Verahlten diese Gefühle in mir aus und ich spreche diese offen an“. So kann der negative Moment des Streits in ein normales Erleben der eigenen Gefühle und somit zu einem wahren Schatz gewandelt werden. Denn ein gut ausgeführter Konflikt birgt immer Verbesserung und ein langrfristig besseres Firmenklima.

In der sich momentan stark ändernden Unternehmenskultur ist die Konfliktbewältigung längst angekommen, die Art und Weise aber, mit Streits umzugehen, ist an vielen Stellen noch problematisch. Wir von der bfkm | Die Trainingscompany möchten ihrer Firma helfen, nachhaltig ein besseres Klima entstehen zu lassen, in dem jegliche Gefühle normal sind und gezeigt werden dürfen. In dem ihre Mitarbeiter*innen frei sind, zu sagen, was sie gerade beschäftigt und so ein offenes Miteinander enstehen kann, dass viel Potenzial zur Weiterentwicklung hat. Lassen Sie uns Ihnen zeigen, wie Sie aus der „gefürchteten“ Reibung am Arbeitsplatz Wärme und somit bessere Zusammenarbeit erzeugen können.

 

Lisa Tschierschke

 

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