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Lehren und Lernen - Mit Begeisterung zur Nachhaltigkeit

Wenn du im Regelschulsystem groß geworden bist, dann erinnere dich zurück, wie der Unterricht war:

Es gab in jedem Fach einen festen Lehrplan: Jeder musste den gleichen Stoff in der gleichen Zeit lernen. Der Unterricht erfolgte frontal als Vortrag vom Lehrer zu 25 oder mehr Schülern. Da war 45 oder 90 Minuten stillsitzen angesagt. Bewegte Projekttage waren die Ausnahme. Wer sich im Unterricht öfter auffällig verhielt oder Desinteresse zeigte, bekam Ärger mit den Lehrern, die Eltern wurden in die Schule bestellt, das Verhalten wurde auf dem Zeugnis negativ beurteilt und bewertet. Und das auch dann, wenn er oder sie gute Ergebnisse erzielte – natürlich stets in Form von Zensuren.

Diese strenge Regelung der Lerninhalte und die frontale Lehrweise setzt sich in Deutschland dann oft nahtlos in der Erwachsenenbildung fort: in den Berufsausbildungen und im Zuge des Bologna-Prozesses sogar in den Bachelor- und Masterstudiengängen an den Universitäten. Andererseits hören wir oft die Frage – und zwar verständlicherweise:

Wie soll ein junger Erwachsener von jetzt auf gleich eigenständig lernen, wenn ihm in 12 Jahren Schule alles Wissen buchstäblich „eingetrichtert“ wurde?

Unserer Meinung nach ist selbstorganisiertes Lernen schon in der Schule oder sogar im Kindergarten notwendig. Und neue Erkenntnisse der Neurowissenschaften geben uns Recht: Sie sprechen hierbei vom gehirngerechten Lernen. Es führt zu besseren und nachhaltigen Lernerfolgen. Doch was beinhaltet gehirngerechtes Lernen?

  • Selbstreguliertes Lernen: Der Lernende lernt auf seine eigene Weise und in seinem Tempo
  • Lernen mit Begeisterung
  • Mehrkanaliges Lernen: Lernen über mehrere Sinneskanäle (eng damit verbunden: Lernen in abwechselnden Formaten, d. h. Aufbrechen des überwiegenden Frontalunterrichts)
  • Eine ansprechende, interessante Lernatmosphäre
  • Lernen in Einheiten: Wissensinhalte in kleinen „Häppchen“ servieren
  • Praxisbezogenes Lernen: Das Gelernte ist für den Lernenden direkt anwendbar und nützlich

 

 

Gerade die Begeisterung ist laut neurobiologischer Erkenntnisse wie Dünger für unser Gehirn, der neue Nervenverbindungen wachsen lässt, sie vernetzt und uns hilft, neues Wissen oder Verhalten zu erlernen. Damit ist lebenslanges Lernen bis ins hohe Alter möglich. Die Begeisterung ist in der bfkm GmbH I Die Trainingscompany höchstes Arbeitsmotto: Wir erschaffen Lernwelten, die begeistern. Hier kannst du positive Lernerfahrungen machen, Widerstände leichter überwinden und so dein Potential vollständig entfalten. Begeisterung ist ein Lernbooster, beim Erlernen neuen Wissens und neuer Fachkompetenz in der Arbeitswelt genauso wie für deine ganz individuelle, persönliche Weiterentwicklung.

Begeisterung entsteht natürlich nur in einer angenehmen und angstfreien Lernatmosphäre und wenn der Lernende (klein wie groß) regelmäßig individuelles und wertschätzendes Feedback erhält, das über Notenwerte von 1 bis 6 hinausgeht. Der Lernende muss umgekehrt auch den Raum erhalten, Kritik und Widerstände beim Lernen anzusprechen. Das fehlt in der Schule und auch später oft gänzlich, obwohl diese Fähigkeit so wichtig für das eigene Selbstbewusstsein und die Persönlichkeitsentwicklung ist.

Gerade im Online-Raum ist das Erschaffen einer solchen Lernatmosphäre für viele eine Herausforderung. Zu steril, zu wenig Verbindung zu den Teilnehmern, zu wenig Interaktion, sind oft die Befürchtungen. Die Realität sieht zum Glück anders aus: Mit der richtigen Ausbildung ist Interaktion, Nähe und eine ansprechende Lernatmosphäre im Online-Raum ganz genauso möglich wie in Präsenz.

Sie möchten lernen, wie Sie eine ansprechende Lernatmosphäre im Online-Raum schaffen?

Dann lassen Sie sich in unserer dafür kreierten Ausbildung zum zertifizierten Online-Trainer / Coach ausbilden.

 

Autoren: Martin Wittig, Maximilian Rose

 

Literaturvorschläge:

Brand, M. / Markowitsch, H. J. (2006): Lernen und Gedächtnis aus neurowissenschaftlicher Perspektive – Konsequenzen für die Gestaltung des Schulunterrichts. In: Ulrich Herrmann (Hrsg.): Neurodidaktik. Grundlagen und Vorschläge für gehirngerechtes Lehren und Lernen. Beltz-Pädagogik. Weinheim/Basel; S. 60-78.
Gasser, P. (2010): Gehirngerecht lernen: eine Lernanleitung auf neuropsychologischer Grundlage. Hep Verlag. Bern
Hüther, G. (2010): Bedienungsanleitung für ein menschliches Gehirn. Vandenhoeck & Ruprecht, 9. Auflage. Göttingen.
Hüther, G.(2009): Neurobiologische Erkenntnisse als Rückenstärkung für Wegbereiter einer neuen Schulkultur. In: Lernende Schule 46-47/2009. Friedrich-Verlag. Frankfurt am Main, S. 9-13.
Klaus, K. / Traub, S. (2018): Selbstgesteuertes Lernen: Grundwissen und Tipps für die Praxis. Baltmannsweiler, 6. überarbeitete und erweiterte Auflage
Baar, R. / Schönknecht, G (2018): Außerschulische Lernorte: didaktische und methodische Grundlagen. Julius Beltz GmbH & Co. KG. Weinheim/Basel

 

Bildnachweis: geralt @ pixabay (Titelbild)

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